Implementierungsstrategie

Konzept zur Implementierung des Konzepts des digitalen Lernens ins Kollegium einer Schule - Unterrichts- und Schulentwicklung.  

WortWolke "Implementierung" erstellt mit wordle.net
Workflow der Implementierung

Drei Strategien der Einführung

  • Jahrgangsweise
  • Pro Schuljahr starten ausgewählte Jahrgänge. In den ausgewählten Jahrgängen wird das Smartphone, Tablet oder Notebook systematisch in "allen" Fächern gemäß dem Minimalstandard eingesetzt. Der Einführungsprozeß erstreckt sich ja nach Anzahl der teilnehmenden Jahrgänge über 3 bis 5 Jahre.

    Vorteile:

    • Schülerinnen und Schüler nutzen ihre digitalen Endgeräte  in vielen Fächern
    • Akzeptanz der Eltern ist größer, da es in "allen" Fächern eines Jahrgangs eingesetzt wird 
    • Schülerinnen und Schüler sind schnell eingearbeitet, da es "allen" Fächern eingesetzt wird 
    • Kolleginnen und Kollegen können sich gut absprechen
    • Arbeitserleichterung für Kollegen eines Jahrgangs durch Arbeitsteilung
    • Überblick der gelaufenen und laufenden Aktivitäten im Jahrgang

     

    Nachteile:

    • alle Kolleginnen und Kollegen eines Jahrganges müssen mitmachen

     

     

  • Fächerweise
  • Die Einführung über die Fächer (über die Fachschaften) bedeutet, dass in dem jeweiligen Schuljahr ausgewählte Fächer in der ganzen Schule die nobilen Endgeräte systematisch im Unterricht mit einsetzen. In dem jeweiligen Schuljahr erarbeiten die Fachschaften einen Stoffverteilungsplan und überlegen dabei, an welchen Stellen digitale Medien sinnvoll sind. Der Einführungsprozeß erstreckt sich ja nach Anzahl der teilnehmenden Fächer über 3 bis 5 Jahre.

    Vorteile:

    • feste Zuordnung zu Fachinhalten
    • exemplarische Einheit mit Medieneinsatz bestimmter Fächer planbar
    • Verbindlichkeit des Medieneinsatzes im Fach-Kollegium
    • Feedback zum Unterrichtseinsatz - Verbesserung in der Fachkonferenz
    • Arbeitserleichterung für die Kollegen eines Faches durch Arbeitsteilung
    • Überblick und Koordination der gelaufenen und laufenden Aktivitäten eines Faches

     

    Nachteile:

    • langwierige verzögerte Einführung (es dauert mehrere Jahre bis alle Fächer eingeführt sind)
    • Weiterbildung nur für Fachkollegen (z. B. kein Ganztag möglich)
    • lange Einarbeitung der Schülerinnen und Schüler, da digitale Medien anfangs in nur wenigen Fächern verwendet werden
    • Alle Schüler benötigen ein Smartphone/Tablet, obwohl sie dies nur für 1-2 Fächern benötigen - wahrschenlich geringe Akzeptanz bei Eltern

     

  • Komplette Schule "Einmal für alle"
  • Die komplette Schule führt digitale Medien systematisch in allen Fächern ein. Der Einführungsprozeß erstreckt sich ja nach Intensität über 1 bis 3 Jahre.

    Vorteile:

    • Alle Lehrer beschäftigen sich ein Jahr lang mit digitalem Lernen
    • Eine Fortbildungsoffensive für alle
    • Alle  Kolleginnen und Kollegen helfen sich gegenseitig
    • Alle Fachschaften erstellen im Sinne Unterrichtsentwicklung digitales Material
    • Verbindlichkeit des Medieneinsatzes im gesamten Kollegium
    • Arbeitserleichterung für Kollegen durch Arbeitsteilung und Kultur des Teilens
    • Feedback zum Unterrichtseinsatz - Verbesserung in der Fachkonferenz
    • Überblick und Koordination der gelaufenen und laufenden Aktivitäten
    • exemplarische Einheiten mit Medieneinsatz planbar
    • Keine Ausnahmen, kein sich darum drücken
    • Gemeinsame Aktion - alle ziehen an einem Strang --> Kultur des Teilens und gegenseitigen Helfens

     

    Nachteile:

    • schnelle Veränderung
    • IT-Assistenten müssen zügig zur Unterstützung ausgebildet werden
    • hoher Aufwand für Kolleginnen und Kollegen (weil alle Jahrgänge gleichzeitig digitale Medien einführen)

     

Pro Schuljahr starten ausgewählte Jahrgänge. In den ausgewählten Jahrgängen wird das Smartphone, Tablet oder Notebook systematisch in "allen" Fächern gemäß dem Minimalstandard eingesetzt. Der Einführungsprozeß erstreckt sich ja nach Anzahl der teilnehmenden Jahrgänge über 3 bis 5 Jahre.

Vorteile:

  • Schülerinnen und Schüler nutzen ihre digitalen Endgeräte  in vielen Fächern
  • Akzeptanz der Eltern ist größer, da es in "allen" Fächern eines Jahrgangs eingesetzt wird 
  • Schülerinnen und Schüler sind schnell eingearbeitet, da es "allen" Fächern eingesetzt wird 
  • Kolleginnen und Kollegen können sich gut absprechen
  • Arbeitserleichterung für Kollegen eines Jahrgangs durch Arbeitsteilung
  • Überblick der gelaufenen und laufenden Aktivitäten im Jahrgang

 

Nachteile:

  • alle Kolleginnen und Kollegen eines Jahrganges müssen mitmachen

 

 

Die Einführung über die Fächer (über die Fachschaften) bedeutet, dass in dem jeweiligen Schuljahr ausgewählte Fächer in der ganzen Schule die nobilen Endgeräte systematisch im Unterricht mit einsetzen. In dem jeweiligen Schuljahr erarbeiten die Fachschaften einen Stoffverteilungsplan und überlegen dabei, an welchen Stellen digitale Medien sinnvoll sind. Der Einführungsprozeß erstreckt sich ja nach Anzahl der teilnehmenden Fächer über 3 bis 5 Jahre.

Vorteile:

  • feste Zuordnung zu Fachinhalten
  • exemplarische Einheit mit Medieneinsatz bestimmter Fächer planbar
  • Verbindlichkeit des Medieneinsatzes im Fach-Kollegium
  • Feedback zum Unterrichtseinsatz - Verbesserung in der Fachkonferenz
  • Arbeitserleichterung für die Kollegen eines Faches durch Arbeitsteilung
  • Überblick und Koordination der gelaufenen und laufenden Aktivitäten eines Faches

 

Nachteile:

  • langwierige verzögerte Einführung (es dauert mehrere Jahre bis alle Fächer eingeführt sind)
  • Weiterbildung nur für Fachkollegen (z. B. kein Ganztag möglich)
  • lange Einarbeitung der Schülerinnen und Schüler, da digitale Medien anfangs in nur wenigen Fächern verwendet werden
  • Alle Schüler benötigen ein Smartphone/Tablet, obwohl sie dies nur für 1-2 Fächern benötigen - wahrschenlich geringe Akzeptanz bei Eltern

 

Die komplette Schule führt digitale Medien systematisch in allen Fächern ein. Der Einführungsprozeß erstreckt sich ja nach Intensität über 1 bis 3 Jahre.

Vorteile:

  • Alle Lehrer beschäftigen sich ein Jahr lang mit digitalem Lernen
  • Eine Fortbildungsoffensive für alle
  • Alle  Kolleginnen und Kollegen helfen sich gegenseitig
  • Alle Fachschaften erstellen im Sinne Unterrichtsentwicklung digitales Material
  • Verbindlichkeit des Medieneinsatzes im gesamten Kollegium
  • Arbeitserleichterung für Kollegen durch Arbeitsteilung und Kultur des Teilens
  • Feedback zum Unterrichtseinsatz - Verbesserung in der Fachkonferenz
  • Überblick und Koordination der gelaufenen und laufenden Aktivitäten
  • exemplarische Einheiten mit Medieneinsatz planbar
  • Keine Ausnahmen, kein sich darum drücken
  • Gemeinsame Aktion - alle ziehen an einem Strang --> Kultur des Teilens und gegenseitigen Helfens

 

Nachteile:

  • schnelle Veränderung
  • IT-Assistenten müssen zügig zur Unterstützung ausgebildet werden
  • hoher Aufwand für Kolleginnen und Kollegen (weil alle Jahrgänge gleichzeitig digitale Medien einführen)

 

Gelingensbedingungen zur Initiierung einer Abstimmung auf einer Lehrerkonferenz

Grundlage meiner Überlegung: Ein Lehrer muss m. E. die Vorteile eines Vorhabens erkennen. Gleichzeitig verbindet er damit Ängste, diese müssen bestmöglich abgebaut werden. Grundsätzlich weiß ein Lehrer, dass er als Staatsdiener (Beamter) letztlich nicht sagen darf "Das mach ich nicht!".

- Bonbon / Anreize für Lehrer: Ankündigung der 5 Mrd. des BMBF: neue Technik - neue Präsentationsflächen - Zeitersparnis durch Arbeitsteilung und nach Realisierung - ...  

- Not / Notwendigkeit: neue/bessere Technik nötig, kein Geld für Technik wenn digitaler Bildung nicht zugestimmt wird 

- Verbindlichkeit vom außen: Laut KMK kommt digitale Bildung in jedem Fall 2017 bis 2021 in allen Fächern! 

- niederschwellig: Erste Abstimmung betrifft den einzelnen Lehrer noch nicht persönlich - er stimmt nur dafür, dass eine Arbeitsgruppe einen Projektplan erstellt. Der erstellte Projektplan muss später von der Lehrerkonferenz dann genehmigt werden.

- Bonbon Zeit: Arbeitszeit generieren für Austausch, Arbeitsgruppen, ... 

- Beteiligung des Kollegium, aktiv mit einbeziehen, Diskussionsprozesse initiieren

- und eine leidenschaftliche Rede für eine systemische Einführung Digitaler Bildung in Sinne eines Schulentwicklungsprozesses

Gelingensbedingungen zur Initiierung einer Abstimmung auf einer Lehrerkonferenz  [CC By Sa]

Schlüsselrolle: Die Fachschaft

In der Fachschaft findet Unterrichtsentwicklung statt. Da die Implementierung von Smartphones im Unterricht korreliert mit der Veränderung von Unterricht, übernehmen die Fachschaften der Schule zum Teil die inhaltliche Ausgestaltung des systematischen Smartphone-Einsatzes im Unterricht des jeweiligen Unterrichtsfaches.

Die nebenstehende Grafik veranschaulicht die Zusammenhänge. Während auf der Ebene der Schulleitung die Rahmenbedingungen entschieden werden, wird auf der Ebene der didaktischen Leitung mit den Fachleitungen auf Initiierung der Projektgruppe das strategische Vorgehen innerhalb der Fachschaften besprochen. Heraus kommen Arbeitsaufträge wie "Probiere Unterrichtssequenzen mit digitalen Medien aus", "Probiere ausgewählte Lernangebote und digitale Tools aus" bis hin zu "Erstelle eine Unterrichtseinheit zu einem Thema mit Berücksichtigung digitaler Medien".

Innerhalb der Fachschaft setzen sich die Lehrerinnen und Lehrer in den jeweiligen Jahrgängen zusammen und diskutieren und entscheiden über den systematischen Einsatz digitaler Medien.

Schul-Changemanagement

Zur Implementierung digitale Bildung in einer Schule ist die Aufgabe eines schulinternen Changemanagements durch Schulleitung und Projektgruppe zu bewältigen.

Mehr…

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten der Umsetzung: Veränderung durch viele kleine Schritte oder einen großen Wurf. Ein Nachteil der kleinen Schritte ist, dass die meiste Arbeit von nur einigen Lehrkräften geleistet wird. Der Vorteil des Changes "einmal alle" hat den Charme, dass alle Lehrer im Team an der Bewältigung dieser großen Aufgabe arbeiten.

Nach einzelnen Projektabschnitten wird resümiert: Was lernen wir aus diesem Projektabschnitt - was nehmen wir für die nächste Phase / was verwerfen wir?

Weniger…

Beispiel einer ersten Abstimmung zum Auftrag eines Projektplanes

Antrag an die Lehrerkonferenz:

Das Smartphone/Tablet ist ein akzeptiertes Unterrichtsmedium, dessen Einsatz nach pädagogischen und didaktischen Prinzipien erfolgt.
Ich beauftrage die AG Medien einen Projektplan zu entwerfen.

Ja: 49   (=80% der Stimmen)

Nein: 12 (=20% der Stimmen)

Abstimmungsergebnis Lehrerkonferenz Dezember 2016

Weitere Informationen und Grundlagen

Medienentwicklungsplanung - Der Primat muss beim Pädagogischen liegen!

14.4.2016: Dieses Fazit zieht das Online-Podium im #itstalk2.

 

Mitschnitt Medienentwicklungsplanung